Das Theater 1231 bringt „Dumm und Dick“ oder -Was ist der Mensch- nach Rosmarie Buri von Werner Wüthrich zur Uraufführung. Buri’s Autobiographie wurde in den 90’ern zu einem Bestseller. Ihre Lebensgeschichte hat Wüthrich zu einem Theaterstück angeregt. Rose, unsere Protagonistin, wird als Erfolgsautorin in eine Talkshow eingeladen. Befragt zu ihrem Buch lässt sie, im Laufe des Gesprächs, ihr Leben Revue passieren. Vom Moderator ab und zu geschickt auf Glatteis geführt, landet Rose erneut im Strudel der Demütigungen und Schatten ihrer Vergangenheit. Sie visualisiert, Erlebtes wird physisch präsent, und aus dem persönlichen Poesiealbum entspringen Bilder und Lieder, sie werden bevölkert von verschiedenen Figuren aus Kindheit und Jugend. Die Arbeiterfrau aus Burgdorf ist längst nicht so abgeklärt wie sie denkt und sucht im Interview nach der Rechtfertigung ihres Daseins, konfrontiert die Zuschauer damit, verstrickt sich in Widersprüche, wird vorgeführt und schlägt zurück. Im Zentrum des Theaterabends steht eine starke Frau, die über das Aufschreiben ihrer Geschichte die Kraft findet, sich gegen das gesellschaftliche Stigma „Dumm und Dick“ und jede Ausgrenzung aufzulehnen. Es macht Mut in der Inszenierung von Hans Peter Incondi der Hauptperson zu folgen, wie sie aus ihrer Haut fährt und schliesslich, in einer neuen Identität, als Rose sich selber begegnet.

Werner Wüthrich versucht nicht, die Leerstellen zu füllen, die Rosmarie Buri in ihren Erinnerungen ausgespart hat […]. Er zeigt vielmehr eine Frau, für die das Wunder der Sprache zur Offenbarung geworden ist.
Brigitta Niederhauser in „Der Bund“ vom 28. Januar 2012

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  • Uraufführung: 26.Jan. 2012
  • Theater 1231 Bern
  • Nydeggkirche Bern
  • Regie: Hans Peter Incondi
  • Künstlerische Leitung: Jasmine Jäggi

«Und der Haifisch, der hat Zähne…» – auf Grundlage der «Beggar‘s Opera» entstanden, wurde Die Dreigroschenoper zu einem Pflichtstoff der deutschen Literatur. 80 Jahre nach der Uraufführung erfährt das Stück von Bertolt Brecht und Kurt Weill derzeit eine helvetische Neuauflage.
Im Rahmen der Freilichtspiele Aarberg wird Die Dreigroschenoper vom 7. bis 29. August 2009 unter der Regie von Rainer Zur Linde zum ersten Mal in Schweizerdeutsch aufgeführt. Dass der Suhrkampverlag eine Mundartform zulässt, ist dem Autor und Brecht-Forscher Dr. Werner Wüthrich zu verdanken. Die von ihm ausgearbeitete Dialektfassung sucht seinesgleichen und verlangt dem Ensemble des Vereins Freilichtspiele Aarberg alles ab.

Rainer Zur Linde, der ehemalige Schauspieler des Stadttheaters Bern, freut sich besonders, dass er mit der Dialektfassung von Brechtspezialist Werner Wüthrich schweizerisch einen Primeur landen kann.
Bieler Tagblatt, Biel, vom 15. August 2009

Ich war am Freitag in Aarberg und fand es einfach umwerfend. Absolut umwerfend. Brecht, von Leuten aus dem Volk gespielt. Wunderbar. Und da hat es vielleicht Talente darunter!
Am liebsten hätte ich selbst dort auf der Bühne gestanden und aus Leibeskräften gesungen und gespielt, was sich Brecht an Gesellschaftskritik alles überlegt hat. Der Abend in Aarberg war ein Geschenk.
Natalia Schmucki, Fürsprecherin und Notarin aus Bern, in einem Brief vom 22. August 2009

Eine sorgfältige Übersetzung ins Schweizerdeutsche.
„Neue Zürcher Zeitung am Sonntag“, Zürich, vom 9. August 2009

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  • Uraufführung: 7. Aug. 2009
  • Freilichtspiele Aarberg
  • Regie: Rainer Zur Linde
  • Musik: Kurt Weill
  • Dialektfassung von Werner Wüthrich

Eine musikalische Gant über Läuten und Leute über Glocken und Kühe.

Die drei Schauspieler – Silvia Jost, Beat Albrecht und Bernd Seebacher – und die beiden Musiker Barbara Jost und Pius Bessire – erzählen die Geschichte der Notversteigerung eines schweizerischen Bauernhofes. Die Bäuerin (Silvia Jost) auf der einen Seite und der Gantchef (Beat Albrecht mit seinem teuflischen Sekretär (Bernd Seebacher) auf der Gegenseite, „fighten“ um Überleben oder Untergang des Betriebes; dass sich natürlich auch die Tiere des Hofes einmischen ist klar: es wird gemuht…, geblökt…, gemeckert…, gemiaut und, wenn nötig, auch kräftig gekräht. 

Ein brisantes Thema in unserer Zeit der Globalisierung, und trotzdem soll es nicht unbedingt politisches Theater sein. Wir möchten zum Nachdenken anregen, unterhalten und wir hoffen, dass unsere Besucher nach der Vorstellung ihren bisherigen Theatererlebnissen ein ganz spezielles hinzufügen können, eben: Professionelles Theater auf dem Bauernhof.
Rainer Zur Linde, Regisseur

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  • Uraufführung: 7. Juni 2007
  • Hof-Theater Bern
  • Regie: Rainer Zur Linde
  • Musik: Barbara Jost, Pius Bessire

Psychoterror in der Chefetage. In Werner Wüthrichs Manager-Drama „MMM oder Corporate Identity“, gestern abend uraufgeführt, zerfleischen sich zwei Karrieristen in einem grotesken Kampf um den unaufhaltsamen Aufsteig. In der Regie von Bernd Weissig testen sich im teuren Büro-Ambiente Michaela Domes als Personaldirektorin und Michael Hochstrasser als kommende Führungspersönlichkeit gegenseitig: Gibt es ein Leben neben der Personalakte? In Nürnberg wird daraus ein stimmiges, spannendes Spiel mit erschreckenden Einblicken in die perfide Personalpolitik irgendwelcher Grosskonzerne. Zwischen Macht und Erotik, Angst und Hinterhältigkeit bewegen sich Domes und Hochstrasser überzeugend, lassen Verzweiflung ebenso aufbitzen, wie hintergründigen Humor.
Bernd Noack in: „Nürnberger Nachrichten“ vom 20. Dez. 1993 und „Die Welt“, Berlin vom 22. Dez. 1993

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  • Uraufführung: 19.Dez.1993
  • Städtische Bühnen Nürnberg
  • Regie: Bend Weissig
  • Französische Fassung: Gérald Bloch,
    Barbara Erni
  • Weitere Aufführungen: St. Gallen, Lausanne, Sion, Zürich, Yverdon-les-Bains,
    La Chaux-de-Fonds

Dass dieser Unbestechliche nicht nur für Gold ein Herz hat, wird mehr aus Zwischentönen erahnbar, als dass die Sprache zu nah daran rührte. Anders als in Wüthrichs gleichnamigem Bühnenstück, wo die Beziehung zur verstorbenen Gattin an den Orpheus-Eurydike-Mythos angelehntes Motiv darstellt, bleibt im Hörspiel alles im Bereich subtiler Andeutung, die in der unerbittlichen Engführung der Hauptfigur um so stärker wirkt.
Ins Schweigen fallen nun seine eigenen Worte über Verschwiegenheit; was immer er sich auch weiterhin einredet, da ist kein Aufhebens gemacht worden um seine Person. Von diesem starken Schluss her betrachtet, bekommt das Drama des aus dem einzigen Lebensinhalt, der Pflicht, Entlassenen erst seinen im Mythos wurzelnden Sinn.
„Neue Zürcher Zeitung“ vom 6. Februar 1993

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  • Hörspielfassung: 1993
  • Schweizer Radio DRS
  • Mit Norbert Schwientek
  • Regie: Charles Benoit
  • Technik: Werner Feldmann

Im vergangenen Jahr, 1992, begehrte das „Berner Ensemble“ in seiner ganzen Hartnäckigkeit noch einmal auf, in dem es in grimmig realistischem Dialekt Werner Wüthrich’s Stück „Zum Weissen Kreuz“ uraufführte. Ein Stück, das nicht weniger und nicht mehr zeigte als eine Wirtshausrunde, die bei zunehmendem Alkoholkonsum nach verbaler Erhitzung zur Schläger- und Vergewaltigertruppe wird. Eine Aufführung, die Diskussionsstoff hergab und sich in der Erinnerung einbrannte.
Peter Burri in „Reflexe“, Radio DRS vom 15.11.1993

Detaillierte Informationen

  • Uraufführung: 24. April 1992
  • Schlachthaus Theater Bern
  • Ensemble „Auawirleben“
  • Regie: Peter Borchardt

Der Titel sagt es deutlich: „Guten Tag, Alltag“ ist aus dem Leben gegriffen: Stifte an der Arbeit, Szene im Einkaufsparadies und so weiter. Und wenn Tell mit der Helvetia vor dem Matterhorn diskutiert, hat dies bloss auf den ersten Blick wenig mit der Realität zu tun…
Dieses Stück ist aktuell, unterhaltsam und kritisch: Die Szenenfolge „Guten Tag, Alltag“ wird im Alten Schlachthaus von der Gewerkschaftsjugend zum 75-jährigen Bestehen der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale uraufgeführt. Dies ist ein neuer Impuls zum Theaterspielen in der Arbeiterbewegung und als Pilotprojekt knüpft diese Theaterproduktion an die Spieltradition und Kulturarbeit der SABZ an. Denn zum Alltag gehört auch, was wir selber machen.

Im Stück „Guten Tag, Alltag“ ist der Spannungsbogen gewährleistet, überraschen szenische Lösungen, brillante Dialoge. Und schliesslich, wenn sich Mister Präsident und Genosse Generalsekretär im Park der psychiatrischen Klinik verbünden, ist man sogar versucht zu glauben, dass die Mauern die zwei vor der bösen und verrückten Welt schützen. Und nicht umgekehrt.
„Der Bund“ vom 4. November 1987

Brillanter und sinnlicher „Dällenbach“.
Wüthrich hat seine hochkarätige Textvorlage im Untertitel „eine Komödie“ genannt, um den Zuschauer aufs Glatteis zu führen. Er schrieb nicht ein Stück zum Lachen, sondern über das Lachen, darüber, wie ein Mensch durch seine komische Fratze der Welt den Krieg erklärt.
Berner Zeitung vom 21.September 1989

Detaillierte Informationen

  • Uraufführung: 19.Sep.1989
  • Theater 1230 Bern
  • Inszenierung: Peter Schneider